Blühende Gärten und heiße Vulkane bestimmen das Bild La Palmas. Die Radtour führt vorwiegend durch den Süden der Insel
Hibiskus, Bougainvillea, Weihnachtsstern, Feuerbegonie, Strelitzie, Tulpenbaum – unzählige Zierpflanzen verwandeln La Palma in eine blühende Insel, und an jeder Ecke sind die bunten Farbtupfer zu sehen. Optisch nicht ganz so auffallend, für Botaniker aber weitaus interessanter sind die so genannten endemischen Pflanzenarten, Pflanzen, die es ausschließlich nur auf La Palma gibt. 70 sind es an der Zahl. Hinzu kommen 105 Arten, die nur auf den Kanarischen Inseln beheimatet sowie 33 Gattungen, die darüber hinaus noch auf Madeira und den Azoren zu finden sind.
Auch mit Bäumen ist La Palma gut bestückt. Umfangreiche Kiefernwälder im Süden und große Lorbeerwälder im Norden sorgen für Ruhe und Schatten. Häufig vorkommende einzelstehende Drachenbäume bringen Abwechslung. Und dort, wo in der kargen Umgebung kaum etwas Wurzel schlagen kann, gedeihen die unterschiedlichsten Kakteenarten.
Üppige Vegetation bestimmt das Bild
Das üppige Grün erfordert natürlich entsprechende Feuchtigkeit – und die gibt es auf La Palma mehr als auf den anderen Kanarischen Inseln. Was jedoch nicht heißen soll, dass es hier ständig regnet, während woanders die Sonne scheint. Doch an der von Nord nach Süd verlaufenden bis zu 2000 Meter hohen Gebirgskette bleiben reichlich Passatwolken auf der Ostseite von La Palma hängen und lassen dort ihre Feuchtigkeit. An den dortigen Gebirgshängen ist das Wetter daher meist neblig-trüb, während auf der Westseite die Sonne scheint. Das Wetterphänomen ist am Cumbre-Tunnel deutlich zu beobachten. Beim Hochradeln von El Paso kommt man gehörig ins Schwitzen und die Sonne brennt im Nacken. Auf der anderen Seite empfängt einen dann nasskaltes Wetter.
Das Radfahren auf asphaltierten Straßen beschränkt sich auf La Palma auf eine Nord- und eine Südrunde, jeweils um die halbe Insel. Die nachfolgend vorgestellte Südrunde ist rund 70 Kilometer lang und gut in einem Tag zu schaffen. Für die wesentlich längere Nordtour muss hingegen eine Übernachtung unterwegs eingeplant werden. Wer genügend Zeit aufbringen kann, sollte sie trotzdem fahren, da sie durch landschaftlich reizvolle und abgelegene Gegenden führt. Die Orientierung ist relativ einfach und aus jeder Straßenkarte zu ersehen. Lediglich ein gutes Tourenrad ist erforderlich; das Rennrad taugt nur auf der Südroute.
Für Mountainbiker bietet La Palma hervorragende Möglichkeiten mit Touren bis in die höchsten Bergregionen. Eine ideale Anlaufstelle ist Bike ‘n’ Fun in Los Llanos. Die deutschsprachigen Besitzer organisieren geführte Touren und vermieten auch entsprechende Räder. Gleiches gilt auch für die Bikestation in Puerto Naos.
Stadtrundgang durch Santa Cruz
Da La Palma zu den kleineren Kanarischen Inseln gehört und vom Tourismus bis jetzt noch in geringem Maße heimgesucht wird, geht es auf der Insel ziemlich ruhig und gemächlich zu. Nur im Zentrum der Hauptstadt Santa Cruz de La Palma kann es bisweilen auf der Straße etwas hektisch werden, was daran liegt, dass die Stadt ziemlich eng eingeschlossen zwischen zwei Barrancos und dem Meer liegt. Da bleibt im Stadtkern kein Platz mehr für Ausdehnung, zumal die Bauherren des Mittelalters das Verkehrsaufkommen unseres Jahrhunderts nicht eingeplant haben...
Sobald man jedoch durch die autofreie Calle O’Daly schlendert, ist der Stress schnell wieder vergessen. Alte Paläste und beeindruckende Bürgerhäuser aus der Kolonialzeit stehen hier eng beieinander. In einem davon, dem Palacio Salazar, ist auch die Touristeninformation untergebracht. Der Bau aus dem 17. Jahrhundert hat einen sehenswerten Innenhof. Im Hintergebäude finden in unregelmäßigen Abständen kleine Kunstausstellungen statt.
Früher oder später landet man automatisch an der Plaza de España, umgeben von herrschaftlichen Bürgerhäusern, dominiert von der Iglesia El Salvator und dem Rathaus. Hier liegt seit dem Mittelalter das Zentrum des Ortes und hier spielt sich auch heute noch das Leben der Stadtbewohner ab. Jugendliche treffen sich auf den Treppen, Familien machen Rast im Schatten und die Älteren halten auf den Bänken ihren täglichen Plausch. Ein Platz zum Verweilen.
Folgt man der Calle Peréz de Brito weiter nordwärts, taucht am Ende plötzlich der Nachbau eines Schiffes aus Beton auf. Es handelt sich um die Santa Maria, mit der Kolumbus einst von der Nachbarinsel La Gomera aufs Meer hinaus fuhr, und die im Inneren ein Schifffahrtsmuseum beherbergt. Kolumbus wurde hier ein Denkmal gesetzt, obwohl er La Palma niemals betreten hat.
Für den Rückweg der kleinen Stadtrunde empfiehlt sich die Avenída Maritima, die direkt am Meer verläuft. Vorbei am Castillo de Santa Catalina trifft manbald auf die berühmten Holzbalkone, die auf portugiesischen Einfluss zurückzuführen sind. Kurze Zeit später beginnt linker Hand der Hafen, wo von der Mole aus ein interessanter Blick auf die Stadt möglich ist.





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Ich bin selbst in diesem Winter einige Strecken auf La Palma gefahren und kenne mich daher halbwegs aus. Mich verwundert die Route von El Paso zurück in die Hauptstadt durch den Tunnel. Dies ist ein reiner Autotunnel und für Fahrräder gesperrt. Man muss also normalerweise noch einige huntert Höhenmeter höher über das Refugio El Pilar und die Cumbre fahren. Auch wenn vielleicht niemand Anstoß genommen hat bei der Tunneldurchfahrt sollte man eine solche Streckenführung nicht vorschlagen bzw auf das Durchfahrtverbot hinweisen.
Viele Grüße
Klaus Zindel